Kategorie: von SISTERS


Wenn Veranstaltungen verhindert werden – warum SISTERS trotzdem sichtbar bleibt

In den vergangenen Monaten wurden in mehreren deutschen Städten – darunter Ulm, Berlin, Hamburg, Dresden, Leipzig und Dortmund – Veranstaltungen verhindert, bei denen SISTERS und Aussteigerinnen aus der Prostitution sprechen sollten. Diese Absagen erfolgten nicht nach einem Austausch über Inhalte, sondern durch deutlichen Druck auf die
Veranstaltenden, lange bevor überhaupt ein Gespräch stattfinden konnte.

SISTERS arbeitet seit zehn Jahren monothematisch zum Thema Prostitution. Unsere Perspektive ist klar: Wir geben Frauen eine Stimme, deren Erfahrungen sonst oft im Verborgenen bleiben. Genau diese Sichtbarkeit ist es, die manche Akteure grundsätzlich verhindern möchten.

10 Jahre SISTERS e.V. – eine Statistik zu unserem Jubiläum im Jahr 2025

Im Rahmen unserer 10jährigen Jubiläumsfeier im Anschluss an unsere diesjährige Mitgliederversammlung am 27. September 2025 in Köln, hat unsere Finanzvorständin Karen Ehlers einen kleinen, statistischen Rückblick auf die letzten 10 Jahre gegeben.

Mit Stolz und Freude erkennen wir in diesen Zahlen eine erfolgreiche Vereinsentwicklung.

Zum 10-jährigen Jubiläum: Laudationen für die fleißigen Kräfte im Hintergrund

Foto: Bettina Flitner

Sabine Constabel nutzte den Festakt zum 10-jährigen Jubiläum von SISTERS e.V. um den fleißigen Kräften im Hintergrund, Karen Ehlers und Solveig Senft, zu danken:

Liebe Sisters, liebe Brothers,

es ist mir anlässlich unseres Jubiläums eine ganz besondere Freude, euch einen sehr persönlichen Einblick in unsere Zentrale zu geben. Also möchte über Karen sprechen – denn Karen ist die Eine, ohne die SISTERS so nicht funktionieren würde.

Der HeldinnenAward 2025 für Sabine Constabel und Cathrin Schauer-Kelpin

Am 4. November 2025 haben Sabine Constabel und Cathrin Schauer-Kelpin den HeldinnenAward 2025 der Alice-Schwarzer-Stiftung erhalten. Die Laudatio für Sabine Constabel hielt Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, die die Chance nutzte, um das Nordische Modell in Deutschland zu fordern.

Zahlreiche Medien, allen voran die EMMA, berichteten. Aber auch der Tagesspiegel, WDR, Newsflix, Radio Dreyeckland, Bild, Münchener Merkur, Weltwoche, Junge Freiheit, Welt, Stern, Tagespost, TVBerlin, Bietigheimer Zeitung, Badische ZeitungGoslarsche ZeitungFränkische LandeszeitungDonaukurierT-onlineRadio Gütersloh

Die Dankesrede von Sabine Constabel hier im Wortlaut:

Der 5.11. und seine Folgen – ein Jahr nachdem die Ortsgruppe Leipzig massiv bedrängt wurde

Heute jährt sich die massive Störung einer Veranstaltung der Ortsgruppe Leipzig. Wir veröffentlichen hier den Ortsgruppenbericht, den die Ortsgruppe Leipzig am 27.09.2025 auf unserer Mitgliederversammlung gehalten hat:
Als Sisters dürften uns allen Verleumdungen und Cancel-Versuche nicht fremd sein. Am 5.11.2024 zeigte sich die Abneigung und Wut, die noch immer gegen Frauen, die öffentlich für Frauen kämpfen, fortlebt, für uns von ihrer bisher extremsten Seite.

Die Mitgliederversammlung und das 10-jährige Jubiläum von SISTERS e.V. in Köln

Unsere Mitfrau Ingrid Keilbach hat uns ihre persönlichen Eindrücke von unserer diesjährigen Mitgliederversammlung und dem 10-jährigen Jubiläum geschickt, die wir hier gerne veröffentlichen.

Frühmorgens am Samstag, den 27. September 2025 steige ich bei Nieselregen in den IC von Stuttgart nach Köln und ich freue mich auf die linksrheinische Strecke mit wunderbaren Blicken auf den großen Strom.

Aktueller Stand im Rechtsstreit SISTERS e.V. gegen Ruby Rebelde im Oktober 2025

In einem zweiten Verfahren gegen Ruby Rebelde konnte der Verein SISTERS e.V. nun einen Erfolg verbuchen. Das Landgericht Stuttgart hat am 1. Juli 2025 eine einstweilige Verfügung gegen Ruby Rebelde erlassen und nun wurde auch von der Gegenseite die Verfügung als endgültige Regelung anerkannt.

Im Rechtsstreit zwischen SISTERS e.V. und Ruby Rebelde gibt es aktuell leider noch nichts Neues zu berichten. Die Mühlen des Rechtsstaats mahlen langsam. Im Februar 2025 wurde die Klage im Hauptsacheverfahren am Landgericht Berlin abgewiesen. Das Landgericht war der Ansicht, dass die Aussage „SISTERS e.V. argumentiert strukturell antisemitisch“ von der Meinungsfreiheit gedeckt ist. Da wir dieses skandalöse Urteil so nicht stehen lassen wollten und wir auch viel Zuspruch erfahren hatten, haben wir uns entschieden, in Berufung zu gehen.

Relefant#38: Ein Interview mit Sabine Kopal vom Café La Strada in Stuttgart

SISTERS-Mitfrau Sabine Kopal hat im Podcast „Relefant“ der DHBW Stuttgart, Studiengang für Soziale Arbeit, über ihre Arbeit mit Prostituierten in der Anlaufstelle Café La Strada und dem Gesundheitsamt Stuttgart berichtet. Sie gibt interessante Einblicke in die Lebensrealität ihrer Klientinnen.

Zu finden ist der Podcast hier.

Im Namen der Freiwilligkeit! – Prostituierte per Mausklick (von Aussteigerin Helena)

Helena, eine Aussteigerin, die SISTERS e.V. gerade unterstützt, berichtet über ihren Einstieg in die Prostitution – über eine Online-Plattform, die es wie ein harmloses Dating-Portal aussehen ließ. Begriffe wie „Paysex“ und „Hobbyhure“ ließen es wie eine selbstbestimmte Wahl erscheinen, aber schnell wurde ihr klar, dass sie sich in einem System aus Täuschung und Überleben befand. Ihr Erfahrungsbericht zeigt, was sich hinter den schönen Worten verbirgt und wie ein unsichtbarer Zwang sie immer tiefer in einen Sumpf zog:

Huren im Hause des Herrn? – Sisters Leipzig beim Dialograum „Sexarbeit“ in der Peterskirche

Bereits im März erreichte unsere Ortsgruppe ein Ausschnitt aus den Gemeindenachrichten „TREFFPUNKTE“ der Peterskirche. Darin kündigte Pastorin Dohrn eine für Juni geplante Veranstaltungswoche mit dem Titel „Huren im Hause des Herrn – Dialograum Sexarbeit“ an. Ziel sei es, an die Besetzung der Kirche Saint-Nizier in Lyon im Jahr 1975 zu erinnern – ein Protest von Prostituierten gegen polizeiliche Übergriffe und staatliche Repression.

Auf den ersten Blick schien es sich um ein lobenswertes Anliegen zu handeln: ein Gedenken, das die schwierige Lebensrealität von Menschen in der Prostitution ernst nimmt und sich gegen Ausgrenzung und Zwang stellt. Doch bei näherer Betrachtung sorgte insbesondere die Einleitung der Pastorin für Irritation – vor allem durch die klare ideologische Rahmung des angekündigten „Dialogs“.