Kategorie: von SISTERS


Die Mitgliederversammlung und das 10-jährige Jubiläum von SISTERS e.V. in Köln

Unsere Mitfrau Ingrid Keilbach hat uns ihre persönlichen Eindrücke von unserer diesjährigen Mitgliederversammlung und dem 10-jährigen Jubiläum geschickt, die wir hier gerne veröffentlichen.

Frühmorgens am Samstag, den 27. September 2025 steige ich bei Nieselregen in den IC von Stuttgart nach Köln und ich freue mich auf die linksrheinische Strecke mit wunderbaren Blicken auf den großen Strom.

Aktueller Stand im Rechtsstreit SISTERS e.V. gegen Ruby Rebelde im Oktober 2025

In einem zweiten Verfahren gegen Ruby Rebelde konnte der Verein SISTERS e.V. nun einen Erfolg verbuchen. Das Landgericht Stuttgart hat am 1. Juli 2025 eine einstweilige Verfügung gegen Ruby Rebelde erlassen und nun wurde auch von der Gegenseite die Verfügung als endgültige Regelung anerkannt.

Im Rechtsstreit zwischen SISTERS e.V. und Ruby Rebelde gibt es aktuell leider noch nichts Neues zu berichten. Die Mühlen des Rechtsstaats mahlen langsam. Im Februar 2025 wurde die Klage im Hauptsacheverfahren am Landgericht Berlin abgewiesen. Das Landgericht war der Ansicht, dass die Aussage „SISTERS e.V. argumentiert strukturell antisemitisch“ von der Meinungsfreiheit gedeckt ist. Da wir dieses skandalöse Urteil so nicht stehen lassen wollten und wir auch viel Zuspruch erfahren hatten, haben wir uns entschieden, in Berufung zu gehen.

Relefant#38: Ein Interview mit Sabine Kopal vom Café La Strada in Stuttgart

SISTERS-Mitfrau Sabine Kopal hat im Podcast „Relefant“ der DHBW Stuttgart, Studiengang für Soziale Arbeit, über ihre Arbeit mit Prostituierten in der Anlaufstelle Café La Strada und dem Gesundheitsamt Stuttgart berichtet. Sie gibt interessante Einblicke in die Lebensrealität ihrer Klientinnen.

Zu finden ist der Podcast hier.

Im Namen der Freiwilligkeit! – Prostituierte per Mausklick (von Aussteigerin Helena)

Helena, eine Aussteigerin, die SISTERS e.V. gerade unterstützt, berichtet über ihren Einstieg in die Prostitution – über eine Online-Plattform, die es wie ein harmloses Dating-Portal aussehen ließ. Begriffe wie „Paysex“ und „Hobbyhure“ ließen es wie eine selbstbestimmte Wahl erscheinen, aber schnell wurde ihr klar, dass sie sich in einem System aus Täuschung und Überleben befand. Ihr Erfahrungsbericht zeigt, was sich hinter den schönen Worten verbirgt und wie ein unsichtbarer Zwang sie immer tiefer in einen Sumpf zog:

Huren im Hause des Herrn? – Sisters Leipzig beim Dialograum „Sexarbeit“ in der Peterskirche

Bereits im März erreichte unsere Ortsgruppe ein Ausschnitt aus den Gemeindenachrichten „TREFFPUNKTE“ der Peterskirche. Darin kündigte Pastorin Dohrn eine für Juni geplante Veranstaltungswoche mit dem Titel „Huren im Hause des Herrn – Dialograum Sexarbeit“ an. Ziel sei es, an die Besetzung der Kirche Saint-Nizier in Lyon im Jahr 1975 zu erinnern – ein Protest von Prostituierten gegen polizeiliche Übergriffe und staatliche Repression.

Auf den ersten Blick schien es sich um ein lobenswertes Anliegen zu handeln: ein Gedenken, das die schwierige Lebensrealität von Menschen in der Prostitution ernst nimmt und sich gegen Ausgrenzung und Zwang stellt. Doch bei näherer Betrachtung sorgte insbesondere die Einleitung der Pastorin für Irritation – vor allem durch die klare ideologische Rahmung des angekündigten „Dialogs“.

Hört uns endlich zu! – Broschüre mit Texten von Frauen aus der Prostitution

In enger Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Ella hat die Ortsgruppe Leipzig ein Booklet konzipiert und veröffentlicht, das ausschließlich Texte von Frauen aus der Prostitution enthält.
Mit dieser Veröffentlichung möchten die Initiatorinnen des Booklets denjenigen eine Stimme geben, deren Perspektiven in der gesellschaftlichen und politischen Debatte um Prostitution oft ignoriert oder bewusst überhört werden. Nicht selten erleben sie, dass Ihnen Sprechorte versagt werden.

„Hier werden die Frauen wie Abfall behandelt“ – Interview mit Sabine Constabel

Unsere erste Vorsitzende Sabine Constabel hat der Jungen Welt ein Interview über die Zustände in der Prostitution in Deutschland gegeben. Sie erzählt, was sie in ihrer tagtäglichen Arbeit erlebt und warum man nicht zwischen Zwangsprostitution und „Sexarbeit“ unterscheiden kann.

Hier geht es zum Artikel in der Jungen Welt.

Unser Auftritt beim Bayerischen Rundfunk – warum wir laut bleiben – Sisters Nürnberg

Vor Kurzem hatten wir die Möglichkeit, als Nürnberger Ortsgruppe von SISTERS e.V. im Bayerischen Rundfunk mitzuwirken – sowohl im Fernsehen als auch im Radio. Der Beitrag trägt den Titel: „Sex gegen Geld – Prostitution normalisieren oder abschaffen?“ und beleuchtet die völlig gegensätzlichen Ansätze zweier Organisationen: Kassandra e.V., die Sexarbeit als reguläres Arbeitsverhältnis etablieren möchte – und uns, SISTERS e.V., die sich für ein Ende der Prostitution und den Schutz der betroffenen Frauen stark machen.
Dass wir an diesem Beitrag teilnehmen konnten, hat uns sehr gefreut. Denn es ist selten, dass Frauen mit Ausstiegserfahrung und kritischer Haltung in einem so großen öffentlich-rechtlichen Format wirklich zu Wort kommen –
ernst genommen, nicht übergangen, nicht diffamiert werden. Wir durften sprechen, wir wurden gehört.

Am Ende der Treppe: Ungehaltene Rede von SISTERS Mitglied im Fischer Verlag veröffentlicht

„Ich laufe durch das Rotlichtviertel der Stadt, sehe Leuchtreklamen und Schilder mit roten Herzen und nackten Frauen auf Stöckelschuhen. „Ladies“, „Girls“, „24 hours open“ prangt mir grell blinkend entgegen. Am Eingang eines der Häuser hängt rechts neben der Tür ein Plakat. Es zeigt einen Mann, der mit Schuhen und heruntergelassenen Hosen die nackten Brüste einer Frau besteigt, die linke Hand im Schritt, in der rechten Hand hält er etwas, das aussieht wie ein Speer. Über dem Plakat steht „Viva la Prostitución“, darunter hängt ein Schild „Zutritt für Frauen verboten“. Deutlicher kann man wohl nicht zum Ausdruck bringen, wer hier das Sagen hat und wer nicht.“

Offener Onlinekurs: Prostitution – eine Arbeit wie jede andere?

Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg hat einen offenen Onlinekurs mit dem Titel „Prostitution: eine Arbeit wie jede andere?“ für die politische Bildung an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, der sich an Lehrerinnen, Sozialarbeiterinnen und Interessierte wendet, entwickelt. Unsere erste Vorsitzende, Sabine Constabel, führt mit kurzen Statements in die einzelnen Module ein.

Zum Kurs