

Die mutige Fragestellerin Pauline aus Würzburg hat Lars Klingbeil genau da angepackt, wo es wehtut: Sie wollte wissen, wie er der massenhaften sexuellen Ausbeutung im Prostitutionsmilieu endlich den Kampf ansagen will. Seine Antwort? Sagen wir… ausbaufähig. Weil der Ortsgruppe Leipzig das seichte Herumgeeiere nicht reichte, hat sie dem SPD-Chef jetzt einen Brief geschickt. Inhalt: Eine ordentliche Portion Nachhilfe in Sachen Realität! Lest selbst:
Am 02. März 2026 hatte die Ortsgruppe Leipzig die Gelegenheit an der Sitzung des Beirats für Gleichstellung der Stadt Leipzig teilzunehmen und eine sachkundige Bürgerin zu stellen. Im Zentrum der Beratungen stand die Neufassung des Antrags zur Einrichtung einer gynäkologischen Ambulanz für Prostituierte. Dieser wichtige Schritt zielt darauf ab, die medizinische Versorgung vor Ort deutlich zu verbessern und Hürden abzubauen.
Trotz der Einschränkungen an diesem Wochenende durch den Streik im öffentlichen Nahverkehr war die Veranstaltung gut besucht. Die Autorin und Journalistin Barbara Schmid las aus ihrem Buch und erläuterte die Zusammenhänge zwischen Prostitution und Gewalt gegen Frauen. Eine von SISTERS unterstützte Aussteigerin aus der Prostitution ergänzte die Lesung in der anschließenden Podiumsdiskussion durch ihre persönlichen Erfahrungen, die die im Buch geschilderten Problemlagen eindrücklich bestätigten. Das Publikum beteiligte sich engagiert; der Austausch war offen und respektvoll.
Die Leipziger Ortsgruppe veranstaltet am 28.02.2026 eine Lesung mit Barbara Schmid zu ihrem neuen Buch „Die (un)verborgene Gewalt gegen Frauen“ im historischem Ring-Café im Zentrum von Leipzig.
Manche Geschichten brauchen Raum. Und Menschen, die bereit sind zuzuhören.
Im Dezember letzten Jahres erreichte die Ortsgruppe Leipzig eine Anfrage der Leipziger Zeitung, ob sie Teil der Reihe „Wenn Leipziger/-innen träumen…“ sein möchten. Diese wurde um den Jahreswechsel veröffentlicht. Dabei ist dieser tolle Text entstanden:
Ich träume von einem Land, in dem die Ausbeutung von Frauen endlich ein Ende hat.
Ich träume davon, dass wir aufhören, Prostitution als normalen Markt zu behandeln, in dem Verantwortung verwässert wird. Davon, dass der Kauf von Frauen nicht länger verharmlost wird und Freier sich nicht mehr damit herausreden können, sie hätten nicht gewusst, ob eine Frau unter Zwang stand. Diese vermeintliche Unwissenheit schützt Täter und lässt Frauen allein.
Heute jährt sich die massive Störung einer Veranstaltung der Ortsgruppe Leipzig. Wir veröffentlichen hier den Ortsgruppenbericht, den die Ortsgruppe Leipzig am 27.09.2025 auf unserer Mitgliederversammlung gehalten hat:
Bereits im März erreichte unsere Ortsgruppe ein Ausschnitt aus den Gemeindenachrichten „TREFFPUNKTE“ der Peterskirche. Darin kündigte Pastorin Dohrn eine für Juni geplante Veranstaltungswoche mit dem Titel „Huren im Hause des Herrn – Dialograum Sexarbeit“ an. Ziel sei es, an die Besetzung der Kirche Saint-Nizier in Lyon im Jahr 1975 zu erinnern – ein Protest von Prostituierten gegen polizeiliche Übergriffe und staatliche Repression.Auf den ersten Blick schien es sich um ein lobenswertes Anliegen zu handeln: ein Gedenken, das die schwierige Lebensrealität von Menschen in der Prostitution ernst nimmt und sich gegen Ausgrenzung und Zwang stellt. Doch bei näherer Betrachtung sorgte insbesondere die Einleitung der Pastorin für Irritation – vor allem durch die klare ideologische Rahmung des angekündigten „Dialogs“.
Zum wiederholten Male wird eine Ortsgruppe von SISTERS – für den Ausstieg aus der Prostitution! e.V. gecancelt. Und es trifft auch wieder Leipzig. Ein Mob vermummter Personen stürmt einen Hörsaal und verunmöglicht eine Filmvorführung und Diskussion.
Anbei die Stellungnahme unserer Ortsgruppe:
Statement zum 05.11.2024 – Über Autorität und Frauenhass