
In den vergangenen Monaten wurden in mehreren deutschen Städten – darunter Ulm, Berlin, Hamburg, Dresden, Leipzig und Dortmund – Veranstaltungen verhindert, bei denen SISTERS und Aussteigerinnen aus der Prostitution sprechen sollten. Diese Absagen erfolgten nicht nach einem Austausch über Inhalte, sondern durch deutlichen Druck auf die
Veranstaltenden, lange bevor überhaupt ein Gespräch stattfinden konnte.
SISTERS arbeitet seit zehn Jahren monothematisch zum Thema Prostitution. Unsere Perspektive ist klar: Wir geben Frauen eine Stimme, deren Erfahrungen sonst oft im Verborgenen bleiben. Genau diese Sichtbarkeit ist es, die manche Akteure grundsätzlich verhindern möchten.
Unsere Arbeit: Realitäten sichtbar machen
SISTERS bringt Erfahrungen in die Öffentlichkeit, die nicht aus theoretischen Modellen stammen, sondern aus:
- der tagtäglichen Arbeit mit betroffenen Frauen,
- Ausstiegsbegleitungen,
- Präventionsveranstaltungen an Schulen und Hochschulen,
- Beratungsarbeit,
- und öffentlichen Berichten von Aussteigerinnen.
Wir sprechen darüber, was Prostitution mit Frauen macht – psychisch, körperlich und sozial.
Wir sprechen darüber, warum viele Frauen einen Ausstieg anstreben und welche Hürden ihnen dabei begegnen.
Wir sprechen darüber, wie ein Leben nach der Prostitution aussehen kann.
Dieses Wissen ist nicht bequem,
aber es ist notwendig.
Warum diese Arbeit blockiert werden soll
In den vergangenen Jahren hat sich die gesellschaftliche Sicht auf Prostitution deutlich verändert. Dazu hat SISTERS entscheidend beigetragen.
Durch unsere Aufklärung, Prävention und konkrete Hilfsarbeit erkennen immer mehr Menschen:
- dass Prostitution nie das ist, was Marketingbegriffe versprechen,
- dass Gewalt, Abhängigkeit und wirtschaftlicher Druck in diesem Unrechtssystem zentrale Rollen spielen,
- dass die Rede von der „freiwilligen Sexarbeit“ nicht die Realität beschreibt,
- und dass viele Frauen Unterstützung brauchen, um aussteigen zu können.
Mit dieser Entwicklung wächst auch der Widerstand jener, die ein Interesse daran haben, dass über Prostitution möglichst wenig gesprochen wird – jedenfalls nicht mit dem Erfahrungshintergrund der Frauen, die sie selbst erlebt haben.
Blockierte Veranstaltungen sind daher nicht Ausdruck eines Dialogs.
Sie sind Ausdruck eines Versuchs, Praxiswissen aus dem öffentlichen Raum herauszuhalten.
Die öffentliche Reaktion zeigt ein anderes Bild
Auffällig ist, dass jeder Cancelversuch eine umgekehrte Wirkung erzielt.
Nach jeder abgesagten Veranstaltung erreichen uns:
- mehr Spenden,
- neue Mitgliedsanfragen,
- Angebote von Menschen, die selbst Raum zur Verfügung stellen möchten,
- und viel Zuspruch von Personen, die häufig zum ersten Mal sagen: „Jetzt möchte ich mich engagieren.“
Die Bevölkerung reagiert nicht mit Abschottung,
sondern mit wachsendem Interesse an Ausstiegsarbeit und am Erfahrungswissen der Frauen.
Der Versuch, SISTERS unsichtbar zu machen,
führt zu größerer Sichtbarkeit und größerer Unterstützung.
Unsere Antwort: Wir machen weiter – und wir werden mehr
SISTERS lässt sich nicht durch abgesagte Räume aufhalten.
Wir wissen, wie wichtig es ist, dass Frauen ihre Erfahrungen aus der Prostitution teilen können – ungeschönt, ungekürzt und ohne ideologische Vorgaben.
Wir werden weiterhin:
- Aussteigerinnen begleiten,
- Präventionsarbeit leisten,
- öffentliche Veranstaltungen anbieten,
- und Angebote schaffen, in denen Betroffene sicher sprechen können.
Wenn eine Tür geschlossen wird, öffnen sich drei neue.
Das erleben wir inzwischen regelmäßig.
Wie Sie unsere Arbeit stärken können
Unsere Arbeit finanziert sich zu einem großen Teil durch Spenden und durch die Mitgliedschaften von Menschen, die unsere Haltung teilen:
dass jede Frau das Recht auf ein Leben ohne Prostitution hat und dass ihre Erfahrungen öffentlich gehört werden müssen.
Unterstützen Sie SISTERS, wenn Sie möchten, dass diese Stimmen weiterhin gehört werden:
- Werden Sie Mitglied und geben Sie der Ausstiegsarbeit langfristige Stabilität.
- Spenden Sie, um direkte Hilfen für Frauen zu ermöglichen – von Erstausstattungen bis hin zu therapeutischer Begleitung.
- Bieten Sie Räume an, wenn Veranstaltungen verlegt werden müssen.
- Teilen Sie unsere Inhalte, damit Erfahrungswissen nicht verloren geht.
Jeder Beitrag – finanziell, praktisch oder ideell – sorgt dafür,
dass das Thema nicht verschwindet und dass Frauen, die aussteigen wollen, nicht alleine stehen.
Wir bleiben sichtbar – dank Ihnen
Versuche, SISTERS zum Schweigen zu bringen, verändern nichts an der Realität und nichts an unserer Arbeit.
Aber sie zeigen, wie wichtig diese Arbeit ist.
Wir danken allen, die uns unterstützen – durch Worte, durch Räume, durch Mitgliedschaft und durch Spenden.
SISTERS bleibt sichtbar.
Und wir werden weiterhin dafür sorgen, dass auch die Frauen sichtbar bleiben, die zu lange übersehen wurden.


